1871 - 1919
| Die Luft- und Raumfahrt hat in Berlin eine alte Tradition. Bereits 1871 wurde ein "Verein für Luftschifffahrt" gegründet und zwanzig Jahre später machte Otto Lilienthal in Lichterfelde seine ersten Flugversuche mit einem Hängegleiter. Im gleichen Jahr, 1881, hielt Hermann Ganswindt einen öffentlichen Vortrag über "Weltraumflug". Das erste Motorflugzeug wurde 1903 in Berlin zusammengebastelt. Argus baute wenige Jahre später Flugmotoren bis zu 52 PS. Berlin-Johannisthal wurde in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg zum Mekka der ersten Motorflieger. 1912 wurde die "Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" (DVL) und die "Wissenschaftliche Gesellschaft für Flugtechnik e.V." gegründet. Während der Kriegsjahre entstanden in und um Berlin mehrere Flugzeugwerke, in denen Tausende von Flugzeugen hergestellt wurden.
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1920 - 1929
| 1920 wurde an der TH Charlottenburg die "Akademische Fliegergruppe Berlin" gegründet. Im Jahre 1923 entstand der Verkehrsflughafen in Tempelhof und die ersten flugtechnischen Vorlesungen wurden von Prof. Hoff angeboten, der 1925 zum Ordinarius auf den Lehrstuhl für Flugzeugbau berufen wurde. Das war der Beginn der Abteilung Flugtechnik an der TH Charlottenburg. Im nachfolgenden Jahrzehnt haben weitere Professoren (Madelung, Thalau, Wagner, Rohrbach, Koppe, Everling, Reissner, Triebnigg,) an der Lehre mitgewirkt, auch die Schiffbauer Schütte und v. Parseval im Luftschiffbau. 1926 nahm die Lufthansa ihren planmäßigen Luftverkehr auf , wobei Berlin-Tempelhof die Funktion eines Zentralflugplatz hatte.
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1930 - 1954
| Angeregt durch die Vorschläge und Versuche von Oberth wurden 1930-32 auf dem Raketenflugplatz Tegel Prüfstands- und Flugversuche von Winkler, Riedel, Nebel, v. Braun u.a. durchgeführt, die weltweit Aufsehen erregten. Im Rahmen der Aufrüstung nach 1933 wurde die Flugtechnik stark gefördert, im Umfeld von Berlin entstanden mehrere größere Flugzeugwerke, Lehre und Forschung wurden auch an der TH Charlottenburg weiter ausgebaut. Mit Kriegsende 1945 begann eine lange Pause infolge der verständlichen Verbote der Alliierten.
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1955 -
| Der Wiederaufbau der Lehre der Flugtechnik an der nun Technischen Universität Berlin begann 1955, nach Wiederzulassung des Flugsports in der Bundesrepublik Deutschland. Die Abteilung Flugtechnik wurde geschaffen und erhielt zunächst drei Lehrstühle "Luftfahrzeugbau" (Hertel), "Luftfahrttriebwerke" (Muenzberg), "Luftfahrzeugführung u. Luftverkehr" (Roessger), 1963 kam ein Lehrstuhl für "Raumfahrttechnik" (Saenger/Koelle) und 1965 "Überschalltechnik" (Walz) hinzu. Nach Änderung des Hochschulgesetzes 1969 wurden die Lehrstühle 1972 in einem "Institut für Luft- und Raumfahrt" zusammengefasst und die Lehrkapazität stark ausgeweitet. 1979 bestand der Lehrkörper aus 12 hauptamtlichen Hochschullehrern sowie 13 Honorarprofessoren und Privatdozenten. Die Gesamtzahl an Vollzeit-Mitarbeitern des ILR stieg auf 120 und schwankte in den folgenden Jahren zwischen 100 und 120. Die Zahl der Studenten stieg von 300 im Jahre 1965 auf fast 1000 im Jahr 1991 und hat sich bei etwa 800 stabilisiert. Im letzten Jahrzehnt des 20.Jahrhunderts wurden jährlich zwischen 60 und 80 Diplome erteilt, die Zahl der jährlichen Promotionen lag zwischen 10 und 15.
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